Seehofer und das Bayern-Ei

Im Untersuchungsausschuss zum Bayern-Ei-Skandal sah der ehemalige Ministerpräsident Horst Seehofer kein Versäumnis seiner Minister und Behörden. Im Gegenteil, er sei mit dem Agieren des Ministeriums sehr zufrieden.

Vielleicht leidet Horst Seehofer unter Gedächtnisverlust, oder er setzt auf den Gedächtnisverlust seiner bayerischen Schäfchen. Das Vorgehen der CSU-Regierung bei dem Skandal war ungeheuerlich. Der Bayern-Ei-Skandal riecht aber nicht nur nach Amtsversagen, es liegt auch der wohlbekannte Duft von Amigo-Filz in der Luft.

Zur Gedächtnis-Auffrischung eine Kurzübersicht des Skandals, ohne den Anspruch der Vollständigkeit:

Die niederbayerische Hühnerfarm-Familie Pohlmann ist seit Jahrzehnten mit skrupelloser Hühnerhaltung und Ei-Produktion in Lebensmittel- und Tierschutz-Skandale verwickelt. Die erste dokumentierte Verurteilung stammt aus dem Jahre 1982, Strafe von 485000 Mark wegen Fälschung der Gewichts- und Güteklassen. Firmengründer Anton Pohlmann wird denn in Niederbayern gerne auch als „Hühnerhitler“ und „Tierquäler der Nation“ bezeichnet (Münchner Merkur vom 21.08.2015).

Der Ertrag des Hühner-Imperiums ist offensichtlich riesig, denn wiederholte Millionenstrafen und selbst Gefängnisstrafen halten die Pohlmanns nicht von ihren kriminellen Machenschaften ab.

Die Vorwürfe lesen sich wie die Regieanweisung für einen Mafia-Film:

Tierquälerei, Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz, unterlassene Hilfeleistung, gefährliche Körperverletzung, Umweltverschmutzung, Kinderarbeit, Falschdatierung von Eiern, illegale Entsorgung von Hühnergülle, gefälschte Gewichts- und Güterklassen.

Der Verbraucher und Bürger stellt sich natürlich die Frage, wieso die CSU-Regierung und ihre Behörden dem kriminellen Wirken der niederbayerischen Unternehmung keinen Einhalt gebietet.

Saludos Amigos

Die großartigen Verbindungen der Hühnerquäler zur CSU legen natürlich den Verdacht nahe, dass es sich um den klassischen Fall von CSU-Seilschaft und Parteienfilz handelt.

So finden sich bereits in offiziellen Quellen Verbindungen mit deutlicher Aussagekraft:

Hühnerbaron Stefan Pohlmann ist Mäzen und Geldgeber der „Bürgerstiftung Straubing“, deren gesetzlicher Vertreter der Straubinger Oberbürgermeister und CSU Landesvorstandsmitglied Markus Pannermayr ist.

Nebenbei erwähnt sei der geradezu zynisch wirkende Zweck der Stiftung: “Tierschutz”.

Für die CSU kein Problem.

Für Seehofer offensichtlich auch unproblematisch, dass die Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf im Ei-Skandal der Lüge überführt wurde.

Weitere Informationen über das Versagen des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die Ignoranz des Landrats und des Verbraucherschutzministeriums:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-ei-skandal-das-versagen-1.2514615

https://www.merkur.de/bayern/bayern-ei-faule-geschaefte-familie-pohlmann-5364464.html

http://www.sueddeutsche.de/bayern/salmonellen-skandal-ministerin-machte-falsche-angaben-in-bayern-ei-affaere-1.2535800

 

 

 

 

2018-03-20T17:08:02+01:0020 März, 2018|Kategorien: Allgemein, Umwelt, Natur- und Tierschutz, Verbraucherschutz|Tags: , |

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