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Peter Altmaier und die Semmel

Der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist für seine umfangreiche Kompetenz bekannt. Auch mit seine gestrigen Äusserungen zur Bonpflicht zeigt der Merkel-Vertraute erneut, dass er Experte und Mann aus dem Volke ist.

“Wenn ich eine Semmel kaufe, dann schau ich nicht auf dem Bon nach, ob es einen Betrug gibt.”

Mit dieser professionell sachkundigen Aussage auf der Titelseite der heutigen Mittelbayerischen Zeitung bahnt er sich den Weg in das Herz der Bäckerei-Verkäufer*Innen. So kann er geradezu salomonisch in mehreren Bereichen punkten:

1. Das Diät-Versprechen

Bereits die Eröffnung seiner Mitteilung ist eine Offenbarung, welche die nächste Ausgabe von Brigitte zu Umsatzsprüngen verhelfen wird. “Einfach-schlank mit der Ein-Semmel-Diät von Peter Altmaier”. Bleibt natürlich zu hoffen, dass man in den Bäckereien Herrn Altmaier die Bestellung einer Semmel abnimmt und nicht für einen skurrilen Scherz hält. Die Bäckerei-Verkäufer|X|innen gerieren sich derzeit ohnehin eher als Spaßbremsen, hadern sie doch tatsächlich immer noch mit den Vorteilen der Bonpflicht.

2. Peter Altmaier vertraut den deutschen Unternehmen

Im zweiten Halbsatz seiner Aussage zeigt Peter Altmaier, dass er keine Notlösung als Bundeswirtschaftsminister war. Er ist ein Macher (Semmel einkaufen!), der sich für die deutschen Unternehmen stark macht1. In geradezu blindem Vertrauen verzichtet er darauf, die Bäckerei auf Betrug zu überprüfen: Er “schaut nicht auf dem Bon nach, ob es einen Betrug gibt”. Zugegeben habe ich jetzt das neue Gesetz nicht im Kopf, um zu wissen, wie die Geschäfte ab dem 1. Januar auf etwaigen Betrug hinzuweisen haben.

3. Rundum pragmatisch – Peter Altmaier RoundUp

Wer denkt, der Bundeswirtschaftsminister ist ein Dummschwätzer und Bürokrat, der wird durch die weiteren Erläuterungen eines anderen belehrt. Nur vier Jahre nach Beschluss des Gesetzes durch die Bundesregierung nimmt Peter Altmaier bereits die zu erwartenden hohen Belastungen der kleinen Einzelhändler und Selbstvermarkter durch die Bonpflicht wahr; und auch von der Umweltschädlichkeit des Thermo-Papiers hat er bereits gehört. In seiner Großzügigkeit könnte er sich Änderungen am Gesetz vorstellen, so dass nicht in jedem Fall Kassenbons ausgestellt werden müssten. Das nenne ich Pragmatismus. Es bleibt ja auch noch genügend Zeit um das Gesetz zu entschärfen. Der Bundestag hat 2019 noch drei Sitzungstage. Im Normalfall reicht das sogar für einen ESM-Vertrag.

Es bleibt zu resümieren: Peter Altmaier – Pragmatiker aus dem Volk, für eine starke deutsche Wirtschaft.
Politiker von diesem Schlage würden wir uns mehr in den Bundestag wünschen! Wenn nur die EU-Gebäuderichtlinie zur Deckenlastkraft nicht wäre.

 


1Einen unermüdliche Einsatz für deutsche Unternehmen hat Peter Altmaier auch bei der Begünstigung eines Pharmaunternehmens aus seinem Wahlkreis gezeigt. Gegen den Rat seiner Ministerialbeamten, den Experten der Deutschen Ärzteschaft, der AOK, der Apotheker und der Patientenverbände hat Altmaier ein Gesetz blockiert, dass Kohlpharma erhebliche Umsatzeinbußen beschert hätte. Pragmatisch wie Herr Altmaier ist, hat er gleich den Gesetzesvorschlag von Kohlpharma direkt übernommen. Das Sponsoring und die Nutzung der Räumlichkeiten von Kohlpharma für die CDU Saarland können so als weiterhin gesichert gelten.

Weitere Informationen hier: https://www.lobbycontrol.de/2019/08/arzneimittel-importe-altmaier-beugt-sich-lobbydruck-aus-wahlkreis/


 

Bild: RudolfSimon – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26630093

2019-12-17T14:26:28+01:0017 Dezember, 2019|Kategorien: Knaller des Tages, Politik Allgemein|Tags: |

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