Eine Trennung von CDU/CSU wird nicht kommen

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Eine Trennung von CDU/CSU wird nicht kommen

Nachdem die Wahlprognosen der Unionsparteien gestern unter die 30-Prozent-Marke gefallen sind, werden in den Medien wieder einmal Trennungs-Szenarien durchgespielt. Eine Trennung der „Schwesterparteien“ CDU/CSU ist jedoch Utopie.

Nach einem ungleich härteren Kampf zwischen den damaligen Parteivorsitzenden Kohl und Strauß hat der ehrgeizige Bayer am 19. November 1976 seine CSU-Abgeordnete zum „Kreuther Trennungsbeschluss“ getrieben. Nach nicht mal einem Monat war der blau-weiße Aufstand jedoch beendet, die Trennung wurde am 12. Dezember wieder zurückgenommen. Der „Geist von Kreuth“ wird seither immer wieder hervorgeholt, er bleibt jedoch letzlich ein kleiner Flaschengeist. Er wütet ab und zu in seiner kleinen Flasche herum, keiner wird ihn jedoch freilassen.

Eine aktuellen INSA-Umfrage versucht eine Wahlprognose nach einer Trennung. Der bundesweit auftretenden CSU würden die Meinungsforscher 18 Prozent, und der CDU 22 Prozent zuteilen, macht zusammen addiert 40 Prozent. Das hört sich zwar gut an, ist aber Theorie. Nach der Trennung würden die Schwesterparteien erstmal getrennten Wahlkampf führen – auch gegeneinander. Welche Wahlergebnisse dann resultieren würden ist schwer kalkulierbar.

Aus simplen macht- und versorgungstechnischen Gründen wird die Trennung deshalb nicht kommen:

  • Von den derzeit 101 CSU-Abgeordneten im bayerischen Landtag würden 30 – 50 Abgeordnete ihren sicheren Wiedereinzug in das bestbezahlteste Länderparlament Deutschlands verschenken. An diesen Landtagsabgeordneten hängt ein riesiger Stab von gut dotierten Mitarbeitern und Nutznießern. Eine Trennung findet sicher keine Zustimmung in dieser machtvollen Gruppe.
  • 46 Bundestagsabgeordneten der CSU sind 2017 über Direktmandate in den Bundestag gezogen. Ein CDU-Kandidat in Bayern als Konkurrent wäre eine Gefahr für diese Direktmandate.
  • Natürlich würde die CSU außerhalb Bayerns der CDU massiv Stimmen wegnehmen, und das bedeutet konkrete Gefahr für eine große Zahl von CDU-Abgeordneten, deren Bundestagssitze derzeit aufgrund des Wahlsystems über sichere Listenplätze gesichert ist.

Weder die derzeitigen Mandatsträger der CDU noch der CSU werden also ein persönliches Risiko eingehen und ihren Abgeordneten-Sessel aufs Spiel setzen, auch wenn ihnen die Flüchtlingspolitik ihrer Kanzlerin gegen den Strich geht. Das eigene Hemd ist ihnen dann doch näher wie Merkels Hose.

 

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2018-06-21T19:43:47+00:00 21 Juni, 2018|Allgemein, Zuwanderung, Asyl und Staatsangehörigkeit|

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